13.06. Leoni / Berg / Starnberger See
BAYERN GEHT BADEN
AN ALLE DEMOKRATEN, FREISCHWIMMER UND WASSERRATZEN IN BAYERN!
Liebe Freunde der Demokratie und des Wassersports!
Es ist soweit.
Die Verhandlungen des Vereins „Das andere Bayern“ mit dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds, dem Landratsamt Starnberg und der örtlichen Polizei haben ergeben, dass wir unsere staatsbürgerlich wertvolle, aber auch satirische Veranstaltung „Bayern geht Baden“ am
13. Juni, Pfingstmontag, an dem von uns gewünschten Ort und in der von uns gewünschten Form abhalten dürfen.
Nämlich ab 15:00 h am Seeufer in Berg, auf dem Platz unterhalb der Votiv-Kapelle, vor dem Kreuz im See. Auch der freie Zugang zum See ist genehmigt, das Badeverbot in diesem Fall aufgehoben.
Deshalb rufen wir euch alle auf:
Erscheint in Massen und mit eueren liebsten Badespaß-Utensilien!
Es erwarten euch neben der notwendigen staatsbürgerlichen Aufklärung durch prominente Redner auch noch künstlerische Darbietungen der unterschiedlichsten Art von ebenfalls nicht ganz unbekannten Künstlern, denen die monarchistischen Geschichtslügen vom „Märchenkönig“ und andere wittelsbachischen Umtriebe seit langem auf den Geist gehen. Das königstreue Besäufnis überlassen wir gern den damischen Ritterbuben und Burschenschaften.
Wir nehmen statt dessen demokratisch-aufgeklärt und mehr oder weniger nüchtern ein erfrischendes Bad im See, der uns, dem bayrischen Volk gehört und niemand sonst.
Auch sonst lassen wir uns nicht lumpen. Wir stellen eine beträchtliche Anzahl von Schwimmhilfen und Badetieren zur freien Verfügung und jeder Teilnehmer erhält zum Andenken eine Goldmünze aus dem Bismarckschen Reptilienfonds, mit dem auch der geistig umnachtete, aber dennoch geldgierige Bauherr Ludwig II zum Nachteil Bayerns und seiner Bürger bestochen wurde.
Als weiterführende Lektüre empfehlen wir dazu die einschlägigen
Kapitel in dem Buch von Carl Amery: „Leb wohl geliebtes Volk der Bayern“.
Das andere Bayern e.V.
Motto:
Schluss mit der Ludwixerei. Bayern schwimmt sich endlich frei!
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man hat sich gesehen und trotz wenig königlichem wetter war es
sehr lustig. einen kurzen eindruck gibt ein video von toni werner
auf gaudiblatt.de . nachfolge-aktionen sind geplant, voraussichtlich
am 15.09.11 vor dem nymphenburger schloss.
weiter ging es dann am
18.06. Dachau Sparifankal 2 akustisch
das war ein schöner gig mit dem heinz ratz zusammen im freiraum,
einem unabhängigen und selbverwalteten treffpunkt.
15.07. München, Englischer Garten, Monopteros
Protest-Sänger-Treffen u.a. mit Chr. Weiherer und meiner Wenigkeit.
auch davon gibt es videos auf youtube.
im oktober hatte ich eine gute zeit mit den leuten von der glockenbach-werkstatt und mit sparifankal 2. im november fuhr ich nach hannover und überraschte geoff muldaur im jazz club, wo er zusammen mit dem ebenfalls grossartigen jim kweskin auftrat.
Das Gaudiblatt # 10 ist erschienen. Immer noch umsonst und
mit immer mehr Inhalt. Hauptthema der nächsten Ausgabe:
Aktionen in München.
abrobo gaudiblatt. das erinnert mich doch irgendwie auch an das gute alte blatt und insbesondere an das so genannte "bayern-bladl", das seinerzeit als sondernummer vom blatt entstand. ich hab noch ein foto aus der besseren alten zeit (?!) gefunden.

wuide wachl geht leider nicht weiter. es hat sich herausgestellt, dass unsere tendenziell kaum verstärkte musik nicht überall hin passt. es hat trotzdem unheimlich viel spass gemacht. dank an alle beteiligten!
unser album "babbalababb" ist als cd vergriffen, aber bei amazon als download erhältlich.
dafür die gute nachricht für alle sparifankal-fans: alle alten alben
gibt es bereits oder wird es in der original-version bei FUEGO geben,
zum download bei itunes, amazon etc. dank an unseren alten freund
Friedel Muders. fuego.de
OBACHT:
FUEGO praudli prisenz: ein walross macht noch keinen spätherbst.

neue, durchgesehene und verbesserte ausgabe der pop-stories von 1970.
kommt dieser tage als e-book heraus. freut mich riesig, denn der damalige
verleger hatte keinen vertrieb und wahrscheinlich weniger als 100 stück davon abgesetzt. trotzdem müssen ein paar exemplare schon damals in die richtigen hände gekommen sein, denn mitte der 80erjahre fand ich einen text daraus (schlechte nachrichten von paulus) in einer schweizer untergrund-zeitung abgedruckt. hat mich gefreut!
geplant sind demnächst red power
und ein multimediales hörbuch mit einer auswahl meiner mundart-gedichte.
NEU ERSCHIENEN BEI TIAMAT IN BERLIN:
KINGDOM OF GONZO. Interviews mit Hunter S. Thompson. Übers. CLR

Bizarre und teilweise groteske Einblicke in den politischen Alltag der U.S.A.Höchst lesenswert.
Das gilt im übrigen auch für das Buch von Joe Bageant (1946-2011), das leider noch immer nicht übersetzt ist: Deerhunting with Jesus: Dispatches From America's Class War.
Ein ausführliches Interview mit ihm kann man in dem hervorragenden Dokumentarfilm KINGDOM OF SURVIVAL sehen, der gerade in den Programm-Kinos läuft.
freunde und ereignisse:
trotz all dem spass, den radiomachen 40 jahre lang gemacht hat, heuer im juni war schluss. ganz unspektakulär. für die letzte blues session am 11.06.11 ca. 16:30 hatte ich freunde eingeladen: San2, harp und Schorsch, gitarre und gesang.
davor ist aber auch schon einiges los gewesen. das treffen der freunde von friedl brehm beispielsweise im fraunhofer, wo wir uns teilweise nach vielen jahren wiedersahen und das vielleicht auch wiederholen wollen. die musik mit sparifankal 2 läuft prima. wir haben viele kleine unspektakuläre, aber sehr lustige auftritte, teils öffentlich, teils privat. das bringt keine kohle, aber viel gute laune. fast so wie zu den klassischen blues-zeiten. apropos klassisch: zusammen mit monika besuche ich auch wieder konzerte. neulich war webern, bartok und ravel. superb. musik ist schon beinah das beste. (was war gleich noch das andere...?) manchmal spiel ich auch allein und/oder halte vorträge, z.b. in bielefeld zur münchner räterepublik oder im club voltaire über den super-anarchisten karl peter heinzen, einen nach amerika ausgewanderten 48er.
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damals...
der sommer 2010 war viel zu heiss, auch in Berlin. da sind dieter juedt und ich fast jeden nachmittag ins kino, wegen der air condition. die filme brachten es teilweise weniger. insbesondere ridley scotts robin hood ist genauso überflüssig wie der schinken von cameron mit den blau gefärbten jah jah bingsen... romero hingegen...survival ist grandios wie immer... auch polanskis ghostwriter und vor allem ex-drummer haben mich beeindruckt. ansonsten lese ich gerade mit gesteigertem vergnügen die jerry cornelius-romane von michael moorcock wieder und dazwischen gibts zur entspannung hbo-serien und englisches. da können sich die hiesigen tv-krimis aber mehrere scheiben abschneiden, das sind ja in wirklichkeit alles nur lore-romane mit angedeuter krimi-rahmenhandlung. so etwas wie dexter wäre hier doch unmöglich... also lieber den seltensten aller deutschen schauer-romane lesen, den ersten übrigens, der das wort auch schon im titel führte: der giftkoch. ein schauergemälde. 1798. den wollte ich schon seit 1992 finden, als er in einem antiquariats-katalog auftauchte. und heuer ist es mir gelungen. da war mein bücherglück sehr gross. ach ja, berlin im sommer... das fest im schokoladen hat mir gefallen, das scheint dort etwa so zu laufen wie in der glocke, und natürlich ist dieses freakige szene-biotop von gierigen städteplünderern und luxus-sanierern bedroht. momentan sieht das haus aus wie ein schwarzer zahn in einem ansonsten makellos reparierten gebiss. da werden sie bald mit der bösen bürste kommen, fürcht ich...
wer ab und zu am samstag nach dem hörspiel zufällig bayern 2 einstellt, kann mich gelegentlich live in der blues-session hören und am monats-anfang auch in der nachtsession. unglaublicher weise macht mir das live-senden auch im geschätzten 40. und gefühlten 120. jahr immer noch einen heidenspass und ich werde nicht müde werden, originelle themen und ebensolche musik zu verbreiten. allerdings gilt wie bei den konzerten auch hier: nur wenige sind auserwählt. aber es gibt ein recht auf qualität und eine pflicht, darauf zu bestehen. oder anders gesagt: ich hab mir geschworen, niemals absichtlich zur verblödung der allgemeinheit beizutragen. deshalb gibt es von mir auch keine süffigen features zu themen wie die wampe in bayern oder haben wir eine saufkultur oder saufen wir uns einfach so zu deppen? die bereits erwähnten regional-krimis sind schon schlimm genug. neulich las ich einen, der angeblich ganz hervorragend das theater-und zeitungsmilieu von und überhaupt ingolstadt sooo trefflich beschreibt. und was wars dann: ein oberflächlich zusammengestopselter pseudo-feministischer schmarren! ich hätte es ja gleich wissen können, aber der umgekehrte fall, nämlich dass es ein grossartiges buch gewesen wäre, hätte mich echt gefreut.
ansonsten empfehle ich die neuesten ausgaben des gaudi-blatts (www.gaudiblatt.de)
lahnstein war auch heuer interessant. allerdings kann ich auf die anmache der sängerin der blues company genauso wenig wie auf die peinliche simulation von musik durch brixton boogie. wenn so, wie toscho meinte, die zukunft des blues aussieht, dann bitte lieber no future und punk bis zum abnippeln. wham bam thank you, mam!
oder, wie der beste blues-witz geht: I didn't wake up this morning...
gestern morgen gings aber noch...
in diesem sinn bis demnächst.
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und das ist jetzt schon wieder so lang her:
im sommer 09 war geoff muldaur zu besuch in münchen. auf seiner homepage hat er ein paar freundliche kommentare zu münchen und zu meiner und monikas person veröffentlicht.

nach uli treptes tod wurde im november 09 ein repräsentatives sammel-album bei sireena records veröffentlicht. ich durfte die liner-notes dazu schreiben. sireena hat auch schon die box aufbrüche mit aufnahmen von allen umsonst&draussen-festivals herausgebracht.
noch heuer ist ein beitrag im neuen sounds zum thema "anarchie & deutschrock" erschienen.
wieder gesund und wohlbehalten ist heidrun friese, die unerschrockene anthropologin, aus marokko zurück und belehrt derzeit an der uni bochum einige jungakademiker.
gisela dischner hat heuer ein sehr lustiges und lesenswertes wörterbuch des müssiggängers in der edition sirius veröffentlicht.
überraschend hat sich elga sorbas telefonisch
 gemeldet. wir hatten uns vor langer zeit in sachen indianer kennen gelernt.

elga hat bei fassbinder gespielt und mit meinem lieblings-regisseur radley metzger gedreht. little mother ist ein kleines krudes meisterwerk über evita peron. gibts nur unsynchronisiert auf dvd.

rolf schwendter ist 70 geworden. leider hab ichs nicht zum gratulieren geschafft, wie seinerzeit zu seinem 50. in wien. dafür hab ich sein kochbuch gelesen und einige seiner neueren texte.
womit ich bei meinen derzeitigen lektüren wäre:
herbert marcuse, immer wieder verblüffend, was der mann schon um 1940 erkannt und geschrieben hat.
dann die memoiren von russell means (ein bisserl grosskotzig, wie er halt so ist und seinen essay über die europäischen kultursünden würd ich gern in der friedenspfeife mit ihm rauchen) und die von dennis banks, einem der grossartigsten menschen, die ich je treffen durfte. unglaublich, wie er als der "most wanted man" auf einmal in berlin auftauchte, wohin wir dann durch die buschtrommel zitiert wurden und einen vortrag (auf dem army-gelände!) über die indianerbewegung hielt. und dann ging er ans klavier und sang mit stentor-stimme: "if I were a carpenter & you were my lady..." morgens um fünf hielt er dann eine pfeifenzeremonie im garten eines reihenhauses ab und prophezeite den fall der mauer. das war ende der 70er jahre, wohlgemerkt.

weiter in den büchern: eskapismus pur dominiert die derzeitigen unterhaltungs-schwarten: geheimbünde, esoterik, illuminaten, bibelquatsch ohne ende...
je abgeschmackter und dümmlicher, desto erfolgreicher. immerhin, der früh verstorbene (herzinfarkt mit 40! da lacht der paranoiker still in sich hinein) stieg larsson mit seinem dreibänder war o.k., man darf auf den film gespannt sein. der war aber leider nix, dröges fernsehen mit schlaffi-darstellern und lahmen dialogen. von action wollen wir hier gar nicht reden. gut, dass ich meinen kindle habe. da gibt es wenigsten im angelsächsischen bereich ab und an spannendes zu entdecken.
endlich ist auch die fulminante traveler-trilogie von john twelve hawkes mit the golden city an ein plausibles ende gekommen. hier stimmt wenigstens die thematik der permanenten überwachung und kontrolle von uns ach so mündigen bürgern. weshalb ich diesmal sogar zähneknirschend wieder briefgewählt habe. hatte das eigentlich nach kohlschröderfischer nie mehr vor, wollte nur noch neues aus der anstalt gucken und meine meist indizierten lieblingsfilme... wie schrieb doch max mohr, bevor er emigrierte: ein "scheiß- und nebelland..." bald aber schon: "planet der fundamentalen arschlöcher." bis irgendwann die bösartigen ausserirdischen kommen?
ich bin zum ersten mal in meinem leben nicht sehr gespannt, wie es weiter geht. vermutlich das alter... als ich mich neulich hemmungslos entspannen wollte, hab ich im genre der bayern- und münchen-krimis herumgelesen. jessas, was für ein schmarren allerseits und ganz besonders das zeugs aus dem allgäu! mit dieser unglaublich lustigen figur eines kommissars, der nur einen einzigen fluch kennt, nämlich kreuzkruzifix und ansonsten ständig urinieren muss. es gibt halt kaum etwas schlimmeres als den teutonischen provinzler-humor. rotfl. die einzigen lesbaren waren von max bronski und von einem echten ex-kriminaler, martin w. brock. das andere zeug stammte oft von fernseh-serien-schreibern. kein wunder, dass die hiesigen produktionen drmassen scheisse sind. aber nicht einmal hbo hat es geschafft, carnivale über zwei staffeln hinaus kommen zu lassen. und wer kennt bitte father ted, die witzigste antiklerikal-satire aus dem katholischen irland - die kennen sich da aus, schliesslich hat zuletzt ein nonnen-skandal den anderen überboten. wird in deutschland garantiert nie gesendet werden. weil hier schreiben die fernsehtanten selber und da wird eine nonne nach der anderen von einem kutten-träger nach dem anderen über den bildschirm gejagt. meine gegenempfehlung: silentium von und mit josef hader. ansonsten einfach mal wieder dulaurens lesen, aber bitte nicht die jeden witzes beraubte ausgabe der anderen bibliothek! oder eine der vielen grossartigen satiren aus dem aufgeklärten 18. jahrhundert, etwa anton von bucher, abgeschrieben von georg queri, der kapuziner, wo man viel interessantes über die vielen präpuzerl vom kleinen jesukind erfährt.
immerhin, weil das alles so langweilig ist - auch frau nevilles eight und die fortsetzung fire bilden da keine ausnahme, ebensowenig der edel-rambo jack reacher - komme ich viel zum gitarre spielen und lieder schreiben. und endlich auch dazu das netz vollzukrakeln.